Firmengeschichte der Maico-Motorräder


1931



Firmen-Mitbegründer Otto Maisch erzählt aus der Anfangszeit:
"Unsere Firmengründung im Jahr 1931 war riskant. Die Weltwirtschaftskrise, die 1928 begonnen hatte, zog mit Massenarbeitslosigkeit, Finanz- und Absatzproblemen ihre Kreise. Die politische Zukunft unseres Landes war sehr ungewiß. Vor diesem Hintergrund mußten wir, mein Bruder Wilhelm und ich, unsere Marktchancen realistisch einschätzen. So begannen wir im schwäbischen Dorf Poltringen mit der Produktion von Fahrrädern. Wilhelm, der Techniker, lötete Fahrradrahmen, ich besorgte als Kaufmann Büro und Verkauf." 
Firmen-Mitbegründer
Wilhelm Maisch sen. erinnert sich:
"Die Firmen Fichtel/Sachs und ILO hatten seit 1930 Einbaumotoren mit 98 ccm und 118 ccm Hubraum angeboten. Als 1933 Steuer- und Führerscheinbefreiung für Motorräder bis 200 ccm verfügt wurden, entschlossen wir uns 1934 zur Produktion von Kleinmotorrädern. Unsere neuen Produkte präsentierten wir bei der "lnternationalen Automobil- und Motorrad - Ausstellung" in Berlin. Viele Kontakte wurden geknüpft, neue Kunden wurden geworben, es schien sich wirtschaftlicher Aufschwung anzubahnen."
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Otto Maisch
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Wilhelm Maisch


Der Krieg



Die jungen Unternehmer sahen sich aber getäuscht: Die technisch verbesserten MAICO-Motorräder fanden ihre Abnehmer, die Stückzahlen wurden erhöht und bald war es in Poltringen zu eng geworden. Als in der Nachbargemeinde Pfäffingen in den Jahren 1938/39 eine vergrößerte Produktionsstätte entstand, herrschte Materialknappheit. Die Rüstungsindustrie hatte so hohen Bedarf an Metallen, daß die neue MAICO-Werkshalle als Holzkonstruktion gebaut werden mußte - Stahl war nicht mehr zu haben.
Mit Kriegsbeginn wurde der Motorradbau in Deutschland staatlich bewirtschaftet. General Schell organisierte den vereinheitlichten Fahrzeugbau und erteilte den deutschen Motorradherstellern den Auftrag zur Produktion verschiedener Einheitsmodelle. Die Firmen MAICO, UT, Hecker, Favorit und Tornax hatten ein leichtes Einheitsmodell zu bauen. Ein Jahr später mußte die Motorradproduktion überraschend eingestellt werden. MAICO bearbeitete jetzt Teile für die Rüstungsindustrie.
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Maicowerk Pfäffingen


Die Nachkriegszeit



Mit Kriegsende im Mai 1945 war MAICO bei "Null": Die wichtigsten Grundmaterialien für den Fahrzeugbau waren in dieser Zeit nicht erhältlich. Wilhelm Maisch sen. berichtet: "Eine Notsituation. An Motorradproduktion war nicht zu denken. Der Wiederaufbau kam sehr schleppend in Gang. Da Betriebsstoff nur begrenzt auf Bezugsschein zu bekommen war, haben wir Automotoren auf Holzvergaser umgebaut. So konnten viele Kriegsheimkehrer bei uns sofort wieder Arbeit finden. Wegen akutem Materialmangel mußten wir uns auf Ausweichartikel verlegen. Wir stellten Spielwaren her, fertigten Fahrradersatzteile und führten Reparaturen für die französischen Besatzungstruppen aus."
Otto Maisch kehrte im August 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Sofort kam es in Pfäffingen zu neuen Initiativen. Lebhaft erinnert sich Otto Maisch heute an erste Einkaufsfahrten per LkW im Herbst 1945 an die Saar und ins Ruhrgebiet. Material gab es allerdings nur gegen "Naturalienwährung". Mehrere Grenzübergänge waren fällig, um in die nächste Besatzungszone zu kommen. "Und an jedem Grenzübergang hatten wir uns strengen Kontrollen zu unterziehen, es gab abenteuerliche Reisen", erzählen heute die Maisch-Brüder.
Als die französischen Besatzer überraschend die besten Fertigungsmaschinen im Werk demontierten und das gesamte Produktionsmaterial beschlagnahmten, waren viele Hoffnungen zerstört. Aber auch dieser Rückschlag konnte die Gebrüder Maisch und ihre Mitarbeiter nicht entmutigen. Wieder mußte improvisiert werden, mehr noch als zuvor. Die Verhältnisse in der amerikanischen Zone waren zuversichtlicher. Also wurde eine Grundausstattung an Werkzeugen in nächtlicher Aktion über die "Grüne Grenze" gebracht. In der Nachbarstadt Herrenberg, in der amerikanischen Zone gelegen, begann man wieder mit der Herstellung von Fahrrädern.
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Maico Logo


Währungsreform und Wirtschaftswunder



Die Währungsreform des Jahres 1948 war der Wendepunkt. Es setzte ein Phänomen ein, das man als "Wirtschaftswunder" bezeichnete. Im Wechsel zwischen Nachholbedarf und Produktionssteigerung beschleunigten sich die Abläufe in nie gekanntem Maß. Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung stellten sich ein. Auf dem Zweiradmarkt kam es zu stürmischer Nachfrage. In dieser Phase baute MAICO in Herrenberg seine neue Produktionsstätte aus: Ein Zweigwerk war entstanden. Heute werden dort Naben- und Motorengußteile bearbeitet. Bei MAICO arbeitete man auf Hochtouren. Da keine Einbaumotoren lieferbar waren, konstruierte MAICO-lngenieur Tetzlaff einen hauseigenen 125er-Zweitakter. In der Folge wurde eine Reihe neuer Modelle aufgelegt, die den Anforderungen ihrer Zeit entsprachen. 1950 kam die "M 150" auf den Markt, ein Zweitakt-Einzylinder mit Dreigang - Drehgriffschaltung. Ein Jahr später gab es die neue "M 150" mit Vierganggetriebe und Fußschaltung.


1952



Im Frühjahr 1952 brachte MAICO mit der "M 175" ein temperamentvolles und leistungsstarkes Motorrad heraus.
Die Konstrukteure Willy Tetzlaff und Uli Pohl hatten mit dieser Maschine eine neue, sportliche Grundkonzeption kreiert.



1953



1953 kam die 200 ccm "Supersport" als "M 200 S" mit Vollschwinge, Federbeinen, Telegabel. Zugleich wurde das neue 175er-Modell aufgelegt, der erste 2-Takter mit über 100 PS Literleisung!
Das Motorrad fand in Pfäffingen sein qualifiziertes Stammhaus. Faszinierend die zahlreichen Neukonstruktionen der 50er Jahre. Die
"MAICO-Taifun", das in der damaligen Zeit modernste Motorrad, versetzte 1952 mit seinen technischen Raffinessen die Fachwelt in Erstaunen.



1954



1954 die "MAICO-Blizzard" als Grundkonstruktion vieler Modellvariationen.


1959



1959 erhielt MAICO den Lieferauftrag über 10.000 geländetaugliche Militärmaschinen für die Deutsche Bundeswehr. Ein MAICO-Prototyp hatte sich in der militärischen Erprobung gegenüber zahlreichen Konkurrenzmodellen als weit überlegen erwiesen. So sorgte das Modell "Krad gl M 250/B" mit 250 ccm Zweitaktmotor, stabilem Einrohrrahmen, den typischen Satteltaschen und der Lackierung in "nato-oliv" für neue Konjunktur.
Das auf der "Blizzard" basierende Modell wurde auch an Zoll und Polizei ausgeliefert. Kirchliche Stellen haben afrikanische Missionsstationen mit der zuverlässigen Behördenmaschine ausgestattet. Einige hundert Stück der "M 250 B" wurden noch in den 70er Jahren in den Sudan ausgeliefert.



Das Automobil im Zug der Zeit



Als Fahrzeughersteller hatte sich MAICO stets den wechselhaften Anforderungen des Marktes anzupassen. Mitte der 50er Jahre begann eine neue Phase der Nachkriegsmotorisierung: der Trend ging zum Automobil. Viele Zweiradhersteller mußten sich jetzt zu Kleinwagenkonstruktionen durchringen. In Pfäffingen faßte man den Entschluß, eine Zwischenlösung zu konstruieren. Zielvorgabe: Einspurfahrzeug mit autoähnlichen Qualitäten in Bezug auf Wetterschutz. So entstand als Gebrauchsfahrzeug das "MAICO-Mobil", das "Auto auf zwei Rädern".
MAICO erwarb dann von der Rheinischen Automobilfabrik in Ludwigshafen das Projekt "Champion", ein als Sportwagen konzipiertes Fahrzeug. Dies war eine für Zweiradproduzenten schwierige Epoche. Die Nachfrage nach Zweirädern war stark rückläufig. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatten sich radikal verändert. MAICO fand schließlich durch Spezialisierung auf hochwertige Sportmaschinen eine neue Basis.
"Bemerkenswerte Maicoletta", sagt heute MAlCO-Exportchef Hans Kresin über den MAlCO-Motorroller, der Ende 1954 auf den Markt kam! "Unter strenger Geheimhaltung hatte das Team Pohl/Tetzlaff den Motorroller im Keller unserer Bürogebäude konstruiert", berichtet Hans Kresin und freut sich, daß seinerzeit einige tausend dieses Rollers allein in England verkauft wurden.
Wim Dussel auf Weltreise
König Hussein von Jordanien freut sich über die Qualitäten des MAICO-Mobils als Reisemaschine. Der holländische Journalist Wim Dussel hatte mit dem Grand-Tourime-Roller eine abenteuerliche Weltreise unternommen.



Internationale Sechstage-Fahrt 1952


MAICO errang gegen 12 Nationen und deren 32 beste Clubmannschaften die internationale Clubtrophäe und außerdem sechs Goldmedaillen.


MAICO und der Motorsport


Die Geschichte des Motorradwerkes an der Autobahn zwischen Stuttgart und dem Bodensee ist untrennbar mit dem Motorsport verbunden. Die Bandbreite des motorsportlichen Engagements ist groß: Tausende standfester Go-Cart-Motoren aus der MAICO-Produktion wurden in die USA ausgeliefert, spezielle Moto-Ball-Maschinen gingen nach Rußland, mit der Rennmaschine "RS 125" war MAICO im Grand-Prix-Sport erfolgreich und mit herausragenden Ergebnissen im Moto-Cross- und im Geländesport hat sich MAICO einen guten Namen geschaffen. Wenn heute irgendwo in der Welt ein Moto-Cross stattfindet, ist immer eine MAICO bei den besten im Ziel, ebenso im Enduro-Sport. MAICO-Fahrer haben weltweit ein sportliches Image geprägt. Die Geländefahrer Gottlieb Haas, Volker von Zitzewitz, Uli Pohl, Fritz Nödinger und andere MAICO-Fahrer waren in den 50er Jahren die Titelträger. Fritz Betzelbacher gewann 1957 im Moto-Cross auf MAICO die Europameisterschaft. Mit Willy Oesterle stellte MAICO zugleich den Vize-Europameister. Diese Fahrer waren auch in den 60er Jahren erfolgreich. Christoph Specht, Erwin Schmider und Herbert Schek verstärkten das MAICO-Team und setzten eine erstaunliche Erfolgsserie fort.
1962 war bei MAICO eine wichtige Entscheidung fällig, nachdem die bisherige Europameisterschaft im Moto-Cross bis 250 ccm künftig als Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Damit vergrößerte sich der Aktionsradius für werksseitigen Sporteinsatz, gleichzeitig erhöhte sich der finanzielle Aufwand. MAICO entschied sich für den Grand-Prix-Sport, obwohl international verstärkter Konkurrenzdruck zu erwarten war. Jetzt wurde Moto-Cross zunehmend professionell. Für viele Fahrer begann in den frühen 60er Jahren eine steile Karriere auf MAICO-Sportmaschinen: Dieter Braun, später Motorradweltmeister, begann 1962 im Moto-Cross auf einer MAICO. Adolf Weil, später 14maliger Deutscher Meister, Vizeweltmeister und Gesamtsieger der Trans-AMA-Serie in den USA, wurde in den 60er Jahren zum Top - Fahrer. In zwei Jahrzehnten seiner aktiven Laufbahn war MAICO Werksfahrer Adolf Weil nach Persönlichkeit und sportlicher Leistung Vorbild für viele Nachwuchsfahrer. Sein Einsatz fand öffentliche Anerkennung: Adolf Weil erhielt 1976 aus der Hand des deutschen Bundespräsidenten in Würdigung seiner Erfolge und Verdienste um den Sport das "Silberne Lorbeerblatt" verliehen. Dies ist die höchste Auszeichnung, die der deutsche Sport zu vergeben hat.
Die leichten antrittsstarken Zweitakter aus der MAICO- Rennabteilung erlebten in den frühen 70er Jahren eine neue Blütezeit: MAICO-Werksfahrer
Ake Jonsson (Schweden) wurde 1971 in der 500-ccm-"Königsklasse" Vizeweltmeister, gefolgt von Adolf Weil (Deutschland) auf Rang 3 der Weltbestenliste. Ein Jahr später wurde Cross-Profi Ake Jonsson sensationell Gesamtsieger der Trans-AMA-Serie in den USA. Hans Maisch, zweitältester Sohn des Firmenmitbegründers Wilhelm Maisch sen., belegte in der Profi-Serie in Übersee Rang vier.
Die leichten antrittsstarken Zweitakter aus der MAICO- Rennabteilung erlebten in den frühen 70er Jahren eine neue Blütezeit: MAICO-Werksfahrer Ake Jonsson (Schweden) wurde 1971 in der 500-ccm-"Königsklasse" Vizeweltmeister, gefolgt von Adolf Weil (Deutschland) auf Rang 3 der Weltbestenliste. Ein Jahr später wurde Cross-Profi Ake Jonsson sensationell Gesamtsieger der Trans-AMA-Serie in den USA.
Hans Maisch, zweitältester Sohn des Firmenmitbegründers Wilhelm Maisch sen., belegte in der Profi-Serie in Übersee Rang vier.
Adolf Weil
hatte 1973 wieder eine große Saison: Gesamtsieger der 73er AMA, Vizeweltmeister und Deutscher Meister waren das Saisonergebnis. Vizeweltmeister in anderer Hubraumklasse wurde im gleichen Erfolgsjahr MAICO-Werksfahrer Willy Bauer. "Es war sehr, sehr schwer in diesem Jahr. Willy war ein ganz harter, aber sehr fairer Konkurrent. Ich hatte einfach etwas mehr Glück", war der faire Kommentar des mehrfachen Weltmeisters Roger De Coster zu seinem hauchdünnen Titelsieg über Willy Bauer. 
Das MAICO-Racing-Team war jetzt international geworden. Sandspezialisten aus Belgien und den Niederlanden wurden ebenso verpflichtet wie aggressive Allround-Driver aus England oder Frankreich. Von Gerrit Wolsink (NL) bis Graham Noyce (GB) reicht die lange Namensliste erfolgreicher Grand-Prix-Fahrer, die auf ihren MAICO-Bikes den Sport immer attraktiver gemacht haben. Im Gelände-Zuverlässigkeitssport haben Fahrer wie Leo Zeller, Lorenz Müller, später Egbert Haas, Heino Büse, Bert von Zitzewitz, Sohn des in den 50er Jahren bekannten Geländefahrers Volker von Zitzewitz, durch fahrerische Leistungen ihren Beitrag geleistet, MAICO international zu repräsentieren. Büse wurde auf MAICO Europameister. Egbert Haas gewann 1979 auf einer spezialgefertigten 760 ccm Zweitakt-MAICO die Europameisterschaft gegen eine mit großem Aufwand operierende Viertakt-Konkurrenz.  
Mit der
"Maico RS 125" hat das schwäbische Motorradwerk auch den Straßenrennsport bereichert. Mit der aus der Straßenmaschine "MD 125" entwickelten Rennmaschine wurde der schwedische Werksfahrer Börje Jansson Vizeweltmeister. Dieter Braun, zwischenzeitlich im Rennsport engagiert, dominierte auf der "RS 125" in der Deutschen Rennsportmeisterschaft und in vielen internationalen Konkurrenzen. Privat-Fahrer konnten mit dieser Maschine einen preiswerten und aussichtsreichen Productions-Racer erwerben.
In den Ergebnislisten vieler Rennen fanden sich unter den ersten Zehn regelmäßig acht "Maico RS 125". Einige hundert der 125er Rennsportmaschinen gingen zwischen Frühjahr 1969 und der 75er Rennsaison an ambitionierte Privat-Fahrer. Sie zu fördern, ist im Hause MAICO Tradition: Wilhem Maisch sen. ist es, der in diesen Jahren den Motorradsport in besonderem Maße fördert. Für seine Verdienste um den Sport verlieh ihm die Oberste Nationale Motorradsportkommission in Deutschland die "Goldene Ehrennadel". MAICO setzt seine Tradition fort: Im Cross- und Enduro-Sport schreibt das Motorradwerk in Deutschland alljährlich einen "Junioren-Pokal" für den Fahrernachwuchs aus. Es können Fahrer teilnehmen die bei deutschen Prädikatsrennen starten. Die sechs Erstplazierten je Wettkampfklasse werden zum Saisonende mit hohen Preisen im MAICO-Motorradwerk geehrt. Der beste MAICO-Nachwuchs-Driver erhält eine brandneue Wettbewerbsmaschine aus der MAICO-Produktion nach seiner freien Wahl. 1981 wurde MAICO auch im Straßenrennsport wieder aktiv. Für eine volle Rennsaison standen 50 baugleiche
Maico-Cup-Racer bereit, durch Fahrer mit nationaler Lizenz bei der MAICO-Marken-Formel auf den Rennstrecken Deutschlands gefahren zu werden. 



1981



Heute verlassen mehr als 8500 Motorräder alljährlich die große Montagehalle in Pfäffingen. MAICO erweist sich dabei immer wieder als Schrittmacher, der moderne Off-Road-Technik mit Zeitvorsprung optimiert hat. Den allerneuesten Produkten der MAICO-Motorradwerke attestiert die internationale Fachpresse wieder höchste Qualität. 
Das amerikanische Cross-Magazin „Dirt-Bike“ schreibt: „Wir wollen nicht vorschnell sein, aber es ist kaum zu glauben, daß eine andere Halbliter-Maschine der Maico MC 490 ebenbürtig ist.“ Traditionell liegen die Vorzüge der neuesten Modelle wieder in der Harmonie zwischen Fahrwerkseigenschaften und Motor-Charakteristik bei minimalem Gewicht.   
Endprodukte solcher Qualität können dank einer komplexen Betriebsstruktur entstehen: Die „Schaltwege“ vom Zeichenbrett der Konstruktionsabteilung über den Versuch mit ersten Prototypen der neuen Generation bis zur serienreifen Produktion sind kurz. Hand in Hand arbeiten Werksleitung, Konstruktion und Fertigung zusammen. Ein großer Stab qualifizierter Mitarbeiter ermöglicht heute umfassende Entwicklungsarbeiten, auf hauseigenen Prüfständen können die Hochleistungs-Zweitakter permanent weiterentwickelt werden. Dipl.-lng. Wilhelm Maisch, ältester Sohn des Firmenmitbegründers Wilhelm Maisch sen., setzt in der Produktion modernste Fertigungsmaschinen ein.
Im Motorenwerk Herrenberg garantiert ein modernes, numerisch gesteuertes Bearbeitungszentrum höchste Präzision. Hochpräzise Kurbelwellenfertigung ist MAICO-Standard.
„Der hohe Eigenfertigungsanteil ist typisch für unsere Fertigungsstruktur“, charakterisiert W. Maisch jun. die MAICO-Produktion. Tatsächlich sind alle Motorrad-Hauptteile eigene Konstruktionen, die in den Werken Herrenberg und Pfäffingen hergestellt werden. Die MAICO-Antriebsaggregate sind vom Getriebe bis zum Zylinder Eigenproduktion. Sämtliche Getrieberäder sind MAICO-Produkte, ebenso die oft kopierte MAICO-Vorderradgabel, ferner die Bremsnaben, die komplettierten Laufräder und die in lohnintensiver Schweißarbeit hergestellten Hinterrad-Schwingen und Hochleistungs-Auspuffanlagen.
Am Transportband werden lackierte Motorradteile im Minuten-Takt durch den Infrarot-Trockenofen der MAICO-Lackiererei in Pfäffingen geschleust. Von dort kommen die Teile direkt in die Montagebänder der großen Fertigungshalle. In etlichen Arbeitstakten entsteht innerhalb weniger Minuten ein komplettes, hochentwickeltes Motorrad. Nach strenger Qualitätskontrolle werden die MAICO-Motorräder in alle Welt ausgeliefert.
MAICO-Motorradtechnik steht im Ruf höchster Qualität. Das in New York erscheinende Insider-Blatt „Cycle-World“ hat MAICO mit hervorragenden Ergebnissen getestet.
„Durch sorgsames Zusammensetzen von Bestandteilen bester Qualität hat MAICO ein Motorrad gebaut mit dem Wert einer Moto Cross-Maschine, aber ohne es übertrieben schwierig zu machen sie zu fahren“, schreibt die auflagenstarke Zeitung über die Maico GS 250. Den Cross-Modellen wird zugleich bescheinigt, daß an ihnen alle Materialien erste Klasse sind und sie trotz ihrer ungestümen Kraft überraschend leicht zu fahren und phänomenal leicht zu handhaben sind. 

In fünf Jahrzehnten MAICO-Firmengeschichte haben sich die Bedingungen des Motorradmarktes vielfach gewandelt. Konkurrenzdruck aus Fernost und instabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen waren oft Ursachen für Betriebsschließungen renommierter Motorradfirmen in Deutschland und Europa. Wie sich MAICO unter diesen Vorzeichen zum heutigen Stand entwickeln konnte, ist eine berechtigte Frage.
In der 50jährigen Geschichte der MAIC0-Motorradwerke gibt es Wendepunkte, an denen zukunftswichtige Entscheidungen fallen mußten: Nach Kriegsende trotz Demontage der Fertigungsmaschinen und Knappheit an Produktionsmaterial einfach Ausweichartikel zu produzieren, war beispielsweise ein für seine Zeit marktgerechter Entschluß: Marktlücken wurden genutzt, Kriegsheimkehrer konnten beschäftigt werden, qualifizierte Fachkräfte wurden in die Firma integriert, der sie teils bis heute treu geblieben sind. Ebenso hat sich die Entscheidung als richtig erwiesen, ab 1962 werksseitig im Cross-Grand-Prix zu konkurrieren. Nachdem nämlich die bisherige Europameisterschaft in der Viertelliterklasse zur Weltmeisterschaft aufgewertet wurde, waren den MAICO-Werken zugleich Expansionschancen eröffnet, die konsequent genutzt wurden.
Das Grand Prix-Engangement hatte seine Wirkung: MAICO rückte auf dem internationalen Motorradmarkt ins Blickfeld der Kaufinteressenten. Die ständige Präsenz der MAICO-Verkäufer auf sämtlichen internationalen Zweiradmessen verstärkte die Nachfrage nach den Wettbewerbsmaschinen aus Pfäffingen. MAICO-Exportchef Hans Kresin und seine Mitarbeiter konnten Zug um Zug eine internationale Verkaufsorganisation über leistungsfähige Importeure errichten. Wie beim Ausbau des inländischen Verkaufsnetzes hat MAICO als Handelspartner immer Fachleute der Branche bevorzugt, die möglichst selbst im Sportgeschehen aktiv waren. Männer wie Adolf Weil führt MAICO gerne in der Liste seiner Vertragshändler. Er leitet seit Ende seiner fahrerischen Karriere mit großem Erfolg seine eigene inländische MAICO-Generalvertretung.
Der heutige MAICO-Vertragshändler Adolf Weil hatte 1973 durch seinen sportlichen Einsatz bei der publikumswirksamen Trans-AMA-Cross-Serie die Marke MAICO auch in den USA stark popularisiert. Nachdem Weil überlegen Gesamtsieger der Serie war, setzte in den Staaten verstärkte Nachfrage nach Maschinen ein, die MAICO ab Fließband hatte: Off-Road-Modelle höchster Qualität. MAICO analysierte den US-Markt richtig und errichtete 1974 in Pennsylvania/USA eine Vertriebsniederlassung, und dies war eine neue Zäsur in der MAICO-Firmengeschichte. Die USA entwickelten sich neben Europa nämlich sehr schnell zu einem weiteren Handelsschwerpunkt. Unter der Firmierung „MAICO-USA“ wurde die Vertriebsniederlassung von Pennsylvania nach Norfolk/Virginia verlegt und mit eigenem Personal ausgebaut. Auch im amerikanischen Westen hat das europäische Stammwerk unter der Bezeichnung „MAICO-West“ in Los Angeles seine eigene Vertriebsniederlassung aufgebaut.
In den osteuropäischen Ländern herrscht zunehmend starkes Kaufinteresse an MAICO-Produkten. Dem kann entsprochen werden, wenn die staatlichen Einfuhrorganisationen künftig marktgerecht agieren. Die Versuche, auch nach Japan MAICO-Qualität zu verkaufen, haben sich in neuerer Zeit als gangbar erwiesen. MAICO erwartet heute Lieferaufträge aus dem Land großer Motorradhersteller.
MAICO ist heute anerkannter Spezialist.
MAICO hat in fünf Jahrzehnten auf wechselnde Bedingungen von Wirtschaft und Handel flexibel reagiert. Die Spezialisierung auf die Produktgruppe Cross- und Geländesportmaschinen hat zu hoher Qualität geführt. Investitionen in die Fertigungsmaschinen, der Ausbau weltweiter Geschäftsverbindungen, die sportlichen Erfolge, die qualifizierten Mitarbeiter - das charakterisiert ein solides Unternehmen in der Zweiradbranche: MAICO exportiert heute in 30 Länder, der Exportanteil liegt bei über 80 %.
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Maico Kurbelwellenprüfung

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Maico Montageband

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Maico Gruppenarbeit






  QUELLE: WIKIPEDIA 2014